Redaktion siebtraeger-vergleich.de Methodik
Rückspülen reinigt den Brühweg von Kaffeefett
Kaffeebohnen enthalten Öle und Fette, die sich bei jedem Bezug am Duschsieb und in den Ventilen festsetzen. Werden sie alt, schmeckt der teuerste Spezialitätenkaffee ranzig. Beim Rückspülen (Backflushing) wird ein komplett geschlossenes Sieb ohne Löcher - das Blindsieb (oft fälschlich Blindfilter genannt) - in den Siebträger eingesetzt. Die Vibrations- oder Rotationspumpe baut vollen Druck auf, da das Wasser nicht entweichen kann. Stoppt man den Bezug, entlastet das obligatorische Dreiwegeventil den Überdruck schlagartig in die Abtropfschale. Dieser "Rückschlag" reißt die Kaffeefette mit sich und reinigt das System.
Voraussetzung ist exakt dieses Dreiwegeventil. Maschinen wie die günstige De'Longhi Dedica haben dieses Ventil oft nicht. Setzt man hier ein Blindsieb ein, staut sich der Druck, bis ein Schlauch platzt oder die Pumpe Schaden nimmt. Das Rückspülen befreit das System zudem nur von Kaffeefetten. Es ist keine Entkalkung (die gegen Kalkablagerungen im Boiler hilft).
Ein praxisnaher Rhythmus
Nach jedem Bezug
Den normalen Siebträger ausklopfen und kurz Wasser durch die leere Gruppe laufen lassen (Flush), um das Duschsieb grob von Kaffeekrümeln zu befreien. Anschließend mit einem Tuch trocken wischen.
Täglich / Wöchentlich
Je nach Nutzung einmal täglich oder wöchentlich das Blindsieb einsetzen und nur mit heißem Wasser (ohne Reinigungsmittel) mehrfach rückspülen (jeweils 5 Sekunden Pumpe an, 5 Sekunden aus).
Mit Reinigungsmittel (Kaffeefettlöser)
Alle paar Wochen oder Monate etwas Espressomaschinen-Reiniger (Kaffeefettlöser,z.B. Puly Caff oder Cafiza) in das Blindsieb geben. Achtung: Bei E61-Brühgruppen löst das Mittel auch die nötige Eigenschmierung der internen Hebel-Nocken. Danach quietscht der Hebel anfangs etwas.
Häufige Fehler beim Rückspülen
Niemals normalen Haushalts-Entkalker in das Blindsieb geben - Entkalker gehört in den Tank, Kaffeefettlöser in das Blindsieb! Zudem solltest du nach einer Reinigung mit Chemie den ersten Espresso (den "Seasoning Shot") immer wegschütten, damit sich die Poren des Metalls wieder leicht mit frischen Ölen verschließen können und keine Reinigungsmittel-Reste in der Tasse landen.